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God must be...

Du stehst am Strand und schaust hinaus aufs Meer, hinaus auf die Freiheit, hinaus auf den groessten Spielplatz der Welt.

Unter deinem Arm haelst du dein Spielzeug, welches zu einem der wichtigsten Dinge in deinem Leben geworden ist.

Du wartest auf die Pause, auf den Moment in dem sich das Meer beruhigt. Nur einen Augenblick, keine Wellen. Du rennst ins Meer, spuerst das Wasser zwischen deinen Zehen und den leichten Sog hinaus. Als wolle das Meer sagen: "Komm spiel mit mir!"

Du legst dich auf dein Brett und paddelst los. Die Augen immer aufs Meer und auf den Horizont gerichtet. Der salzige Geschmack auf deinen Lippen bestaetigt dir, du bist angekommen. Im Line Up herrscht bedaechtige Stille, fast wie in einer Kirche, aber nur fast. Die Wellenberge kommen angerollt, heben dich an und lassen dich gemuetlich wieder herab. Die Sonne tanzt auf der Wasseroberflaeche und ein leichter, ablandiger Wind weht dir durch die Haare. Dann ist es soweit... Die Welle baut sich auf, ueberholt ihren eigenen Lauf. Und bricht. Die Faszination liegt in dieser einen Welle. Die Vergaenglichkeit und die Leidenschaft. Die Sehnsucht. Sie baeumt sich auf und sagt: "Ich nehm dich mit." Aber immer nur fuer einen Ritt. Die Klarheit und die Leichtigkeit. Einfach. Das Meer und ich, das Meer in mir, ich im Meer. Glueckselig. Auf der Suche nach Verstaendnis. Die Welle gibt dir ein Gefuehl dafuer. Weckt etwas in dir. Unbekannt. Das Meer und die Welle geben dir Antworten auf keine Fragen. Unergruendlich.

Du gleitest die Welle herab und weisst, du lebst und erlebst. Du versuchst das, im wahrsten Sinne des Wortes, Unfassbare zu begreifen.

Eine stuermige Affaere zwischen Wind und Wasser lassen dich ganz ploetzlich eins werden, mit der groessten Naturgewalt die wir kennen. Damals hat der Wind das Meer gekuesst.

Die Welle ist gebrochen und vergangen. Du paddelst zurueck in die bedaechtige Stille und dir wird klar, dass keine Religion dieser Welt dir diese Erfuellung, diese Klarheit bieten kann.

Nicht erstaunt stellst du fest, was du eigentlich schon seit deiner ersten Begegnung auf diesem Spielplatz wusstest:

Surfen ist deine Religion. Und God must be a surfer.

25.10.11 14:39, kommentieren

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Indo Nr. 2

Ein Traumstrand - Palmen, weißer Sand, strahlender Sonnenschein, kristallklares blaues Wasser, ein leicht salziger Duft liegt in der Luft, Meeresrauschen... Nicht umsonst wird dieser Strand "Dream Beach" genannt.
Aber fangen wir von vorne an, dort wo wir aufgehört haben, in Echo Beach. Echo Beach hat zwar keinen Traumstrand, dafür aber ziemlich gute Wellen. Die Wellen waren auch der Grund, dass wir dort noch etwas länger geblieben sind. Doch irgendwann wollten Claudi und ich weiter und was Neues entdecken. Als wir abreisten, haben wir uns auch von Micha getrennt. Er ist zurück nach Kuta um seine Freundin abzuholen und wir sind weiter nach Ubud.
Ubud liegt mitten auf Bali, also kein Meer, dafür sehr viel Kultur. Hier haben wir uns den Monkey Forrest angeschaut. Wir sind durch einen Wald gelaufen, in dem viele alte, teils schon zerfallene Tempelanlagen stehen. Überall auf den Tempeln, in den Bäumen und Büschen kletterten Affen herum. Es war faszinierend so nah mit ihnen in Kontakt zu treten. Sie waren sehr neugierig, sind auf uns herumgeklettert und haben mit uns gespielt. Danach haben wir einen zwanzig Kilometer langen Marsch absolviert. Es ging durch Palmenwälder, entlang an kleinen Flüssen und Reisterrassen, hoch auf einen Berg, von dem wir einen tollen Ausblick auf Ubud und die Umgebung hatten.
Am nächsten Tag sind wir nach Sanur gefahren. Von dort legt die Fähre nach Nusa Lembongan, einer sehr kleinen Insel zwei Stunden von Bali entfernt, ab.
Doch zeitgleich sollte auch der Rip Curl - Ultimate tuberiding contest in Padang Padang starten. Also entschieden wir uns, etwas in Sanur zu bleiben, denn hier wollten wir gucken, ob die Bedingungen gut genug sind, sodass der Contest startet. Aber Sanur ist schrecklich. Keine Wellen, reiche, arrogante Touristen und fette, überteuerte Hotelanlagen, die sich den kompletten Strand entlangfressen. Verkehrte Welt... Also nichts wie weg, der Contest sollte swieso starten. Für uns ging es Zurück nach Kuta, denn von dort aus war es nur eine Stunde mit dem Roller bis nach Padang Padang.
Es war schön wieder in Kuta zu sein. Wir haben ein tolles, günstges Hostel gefunden, in dem viele andere Backpacker wohnten. Hier waren wir feiern, haben einen Australier, einen Californier, zwei Holländer und zwei Deutsche kennen gelernt.
Natürlich waren wir auch in Padang Padang, die Bedingungen waren an diesem Tag leider nicht gut genug, um den Contest starten zu können. Doch haben wir die Welle und einige Locals surfen gesehen, absolut ausreichend.
Einen Tag haben wir noch in Kuta am Strand verbracht und waren viel im Wasser. Am nächsten Tag sind wir rüber nach Nusa Lembongan.
Hier sind wir momentan immernoch. Claudi ist gerade in der Tauchschule, ich sitze hier und schreibe euch.
Es gibt einige surfbare Spots, momentan kommt für mich nur "Playgrounds" in Frage und der auch nur bei Flut. Gestern bin ich etwas eher rausgepaddlet und war mal wieder zu ungeduldig. Draußen habe ich dann festgestellt, dass das Riff gerade mal einen halben Meter unter mir war. So ist mir dann auch direkt eine Finne beim Surfen gebrochen, doch ist sonst weiter nichts passiert.
Heute gehe ich später raus.
Wenn Claudi mit ihrem Tauchschein fertig ist, fahren wir erstmal wieder einen Spot mit Beachbreak an, da fühl ich mich momentan noch sicherer.
Hier auf Nusa Lembongan haben Claudi und ich eine Rollertour gemacht, auf der wir auch den Dream Beach entdeckt haben, wirklich wunderschön! Erreicht allerdings nicht die gewaltige Kraft, die Devils Tear ausdrückt. Devils Tear ist ein kleiner felsiger Küstenabschnitt, mit zwei, bei Flut knapp über der Wasseroberfläche liegenden Tunneln. Kurz davor bauen sich Wellen auf, die bis zu acht Meter groß werden. Diese brechen dann mit einer unvorstellbaren Wucht auf die Felsenwand, in die Tunnel hinein. Dadurch entsteht so ein enormer Druck, dass das Wasser unter lautem Grollen in einer riesigen Fontäne herausgeschleudert wird. So viel Brutalität auf einem Spielplatz zweier Elemente zu sehen, zu hören und zu fühlen, kommt an einen weißen Palmenstrand nicht heran. Dort hatte ich die gesamte Zeit Gänsehaut, ein unbeschreibliches Schauspiel. Ehrfurcht vor der Natur und ihrer zerstörenden Schönheit. Dies war das Schönste und Faszinierendste, was wir bisher in Indonesien erlebt haben. Denn die Natur mit allen Sinnen so wahrzunehmen und dabei nicht annähernd die unendliche Kraft, die dahninter steckt, verstehen zu können, hat mich in diesem Augenblick sehr klein werden lassen. Ein Moment in dem ich vor Staunen an nichts denken konnte.
Wie ihr seht sind wir immernoch sehr beeindruckt.

Wie läuft es in Deutschland, lasst mal was von euch hören.

Claudi und Jonas lachen.

 

5 Kommentare 9.8.11 10:13, kommentieren